Texel und die westfriesischen Nordseeinseln, 23.-24.05.2017


Nachdem der Austragungsort der diesjährigen Deutschen UL-Meisterschaft nahe der

niederländischen Grenze lag, war für Viktor schnell entschieden, dass ein Flug zu den westfriesischen Nordseeinseln ins Vorprogramm der UL-DM gepackt wird. Rumhängen am Flugplatz wäre ja langweilig. Der Plan war, am Dienstag nach Texel zu fliegen, die Insel mit dem Fahrrad zu erkunden und natürlich auch mal die Zehen ins Meer zu stippen. Am Mittwoch soll es dann über die Inseln hinweg und am Flusslauf der Ems entlang zurück nach Goch gehen. Die aktuell eingeholten Wetterberichte zeigten für Dienstagvormittag stark aufkommenden Wind aus Westen mit 10-20 Knoten, so dass die geplante angenehme Startzeit auf 8 h früh vorverlegt wurde.  




















 



Den ersten Kilometern folgten wir dem mächtigen Rhein, der uns direkt an die deutsch-niederländische Grenze und einen kurzes Stück darüber hinweg führte.

 






















Die Flugroute führte uns vorbei an Utrecht. 























In 300 Meter Flughöhe hat man eine herrliche Aussicht und kann viele Details erkennen. Wunderbar zu erkennen ist hier die Symbiose der Holländer mit Wasser. Wie an Schnüren aufgereiht liegen Häuser und Wasserläufe. 























In vielen Orten stehen die für Holland typischen Markenzeichen: Windmühlen. Im Verlauf unseres Fluges werden wir noch viele verschiedene zu sehen bekommen.

 






















Nach ca. 2 Stunden erreichten wir die Vororte von Amsterdam. Jetzt hieß es, sich bei der Dutch Mil anzumelden und die Kontrollzone von Amsterdam-Shipol korrekt zu umfliegen. Hier durften wir nicht höher als 1200 Fuß fliegen, um den internationalen Flugverkehr nicht zu stören. Hier schimmert über dem Horizont die Smogglocke über Amsterdam:






















 

Immer wieder zu bestaunen: Akkurate Baukunst in Verbindung mit Wasser 

 






















Stetig nähern wir uns der Küste, dessen Linie hier nur dünn besiedelt ist. Das Land flacht noch mehr ab und verschwindet ohne großes Aufsehen unter den heranrollenden Wellen. Weiße Schaumkronen hüpfen auf dem Wasser und man kann deutlich die langen Priele erkennen, die derzeit von der Flut überspült sind. 


















 





Nach ca. 10 Minuten ruhigem Überflug mit leichtem Seitenwind  kam schon die Küstenlinie der Holland vorgelagerten Insel Texel in Sicht - unser heutiges Ziel.






















 

Ziemlich mittig in der etwa 9 km breiten Insel gelegen befindet sich der gut ausgebaute Verkehrslandeflugplatz Texel. Dieser ist mit 2 gekreuzten Graslandebahnen ausgestattet. Wir landeten auf der 31, eine 630 m lange Graspiste.






 

















Nach perfekter Landung trotz steifem Küstenwind rollten wir gleich zum Tower und wurden freundlich vom ansässigen Flugleiter per Handschlag begrüßt. Auftanken konnten wir direkt am Flugplatz, Sprit gab es reichlich im Tankwagen. Nach einem kurzen Gespräch organisierte der Flugleiter für heute Nacht einen Hallenplatz für Viktor's Trike, so dass wir uns beruhigt dem geplanten Freizeitprogramm zuwenden konnten.






 

 

 

 














Neben dem Tower hingen dutzende von Fahrrädern der Marke Gazelle. Ganz unkompliziert konnten wir uns zwei Stück mieten und schon schwangen wir uns auf die Sattel. Bei blauem Himmel und sommerlichen Temperaturen stand zuerst der Strand auf unserer Liste. Trotz des ebenen Landes war das Fahrradfahren anstrengend, denn der stetige Wind kam aus der Gegenrichtung....und es hieß tapfer in die Pedale zu treten.























Den Mittagsstopp machten wir in De Cocksdrop am nordöstlichen Inselende. Danach ging es weiter zum Leuchtturm und nach ca. 40 km erreichten wir unser Wellnesshotel nahe dem Flugplatz.

 






















Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es gegen 9 Uhr mit dem Fahrrad gutgelaunt zurück an den Tower. Nach Rückgabe unserer "Gazellen" und Ausparken von Viktor's Trike ging es an die Klärung für eines unserer heutigen Highlights - die Überflugfreigabe des westlichen Teils der Insel Vlieland, in dem sich das größte Übungsgebiet der königlichen Luftwaffe der Niederlande befindet. Während der Woche kann es vorkommen, dass der Abwurf von Bomben geübt wird. Das Gelände ist dann mit roten Flaggen gekennzeichnet und für den zivilen Luftverkehr gesperrt. Nach Abklärung mit dem Tower war für heute Vormittag das Sperrgebiet nicht aktiv und wir bekamen eine Überflugfreigabe. 


 






















Kurz nach dem Start nahmen wir freudig gespannt Kurs auf Vlieland. Kaum in das Sperrgebiet eingeflogen, tauchte plötzlich neben unserer linken Flügelseite eine Do228 von der niederländischen Coastguard auf. Über den Flugfunk hörten wir, wie die Coastguard einen Funkspruch an den Tower absetzte: "Visual contact with a paraglider in the restricted area". Kurz hielten wir den Atem an und wussten, dass der nur uns meinten konnte. Wobei ein Paraglider ja schon etwas anders aussieht, als ein Eagle Trike. Wenige Sekunden später funkte der Tower zurück: "Permission approved" und die Coastguard Maschine beschleunigte und zog an uns vorbei. 

 

 





















Der obere Teil von Vlieland - Post Vlieland - ist bewohnt und als Badeort bekannt.  


 





















Jetzt folgten wir den nördlichen Küstenlinien der westfriesischen Nordseeinseln. Die Südseiten der Inseln waren Vogelschutzgebiete und durften nicht überflogen werden. Als erste Insel nach Vlieland begrüßte uns Terschelling.

 

 





















In ausreichender Höhe schnurrte das Trike über eine Sandbank, auf der sich Dutzende von Robben sonnten. 























In kurzem Abstand folgte Ameland.


 





















Als nächstes kam am Horizont die Insel Schiermonnikoog in Sicht.

 

 





















Nach den doch sehr kleinen Inseln und einigen menschenleeren und nur von Robben besuchten Sandbänken beeindruckte uns Borkum mit einer größeren Ansiedlung, einem hübschen Stadtpark und etwas Wald. 






 






 

Den Flugplatz von Juist kundschafteten wir noch aus, dann drehten wir nach 2,5 Flugstunden ab Richtung Festland und nahmen Kurs auf die Stadt Norden.


In Leer landeten wir wieder auf dem Festland. Es war Zeit für eine kleine Pause. So gab es für uns einen Mittagssnack und fürs Trike neues Benzin. Zudem schloß Viktor unseren Flugplan. 























Ab Leer ging es ganz entspannt dem Flusslauf der Ems entlang. Als abschließendes Highlight flogen wir in Papenburg an der weltberühmten Schmiede für neue Kreuzfahrtschiffe vorbei – die Meyerwerft.



 

 



















Hier sieht man den schnellen Brüter Kalka. In 1973 erbaut wurde er jedoch nie ans Netz genommen. Heute beherbergt er einen Vergnügungspark.


 





















Anflug am frühen Nachmittag auf die Landebahn 10 in Goch-Asperden.


 









 












Nach 2 wunderschönen Tagen und insgesamt 660 Flugkilometer landeten wir wieder sicher in Goch. Mehrere Inseln abzufliegen war für mich eine neue und sehr beeindruckende Erfahrung. Es war ein unbeschreibliches Erlebnis. Deshalb nehmt mir eventuell nicht exakte Angaben zu Entfernungen bitte nicht krumm, denn auf dem Co-Pilotensitz kann man so herrlich den Blick und die Gedanken schweifen lassen. So vergisst man schon mal auf die Karte oder die Uhr zu schauen. Mit Viktor im Cockpit kann ich mich halt beruhigt und entspannt zurücklehnen und den Wind um die Nase genießen, während er sicher den Kurs hält. 

 

 

 

 

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