24. Deutsche UL-Meisterschaft Gelnhausen, 09.-12.05.2013

 

Vom 09.-12.05.2013 wurde die diesjährige deutsche UL-Meisterschaft am Flugplatz Gelnhausen nahe Aschaffenburg ausgetragen. Die Organisation am Platz übernahmen Helga und Gunter Klein, die uns bei unserer Ankunft herzlich begrüßten. Der Platz liegt sehr schön, hat eine lange Grasfläche, eine schöne Halle, Restaurant am Platz und liegt parallel zur A66. Was sich im Laufe der Woche für so manchen Piloten als gute Orientierungshilfe herausstellte :-). 

 

 

Obwohl die Anmeldefrist noch nicht verstrichen war, standen die Zeichen auf eine gültige Wertung in unserer Klasse, doppelsitzig Trike, dieses Jahr sehr schlecht. 2 Trikes hatten kurzfristig abgesagt und ein Pilot war erkrankt. Patricia versuchte noch, mit einigen Anrufen ein paar Piloten kurzfristig für die Wettkampfteilnahme zu gewinnen, aber dieses Engagement war leider erfolglos. Nur ein einziger, Eagle Trike Hersteller Hendrik Schröder aus Berlin, schickte ein Team, das sich traute, ganz ohne Wettkampferfahrung anzutreten. Um hier vorzugreifen, die beiden war super nette und echt gute Piloten. 

 

Am Mittwoch flog Viktor von Lindau zu uns nach Gelnhausen. Das Warten vertrieben wir uns, in dem wir den regen Segelschlepp-Verkehr beobachteten. Gegen Nachmittag hörten wir über Funk wie sich Viktor am Tower meldete. Dann ein schrilles Pfeifen und ein Knacksen. Wir hingen gebannt am Funk. Viktor in der Luft, kein Sichtkontakt vom Boden, der Funk ein einiges Geknackse und Gepfeiffe und das Schleppflugzeug wollte raus. Der Mann vom Tower reagierte souverän und funkte zurück "Delta Mike irgendwas, haben Sie Sichtkontakt zum Flugzeug, welches sich derzeit im Flugbereich aufhält? Hier herrscht Segelflugbetrieb. Bitte bestätigen Sie mit 2mal drücken". Wir rückten näher an den Funk. Ein Knarzen ertönte, dann beep beep. Verdammt, das war Viktors Funke, die nicht funktionierte. Na, da hatten die Jungs heute noch was zum Reparieren. Nach der Landung besprachen wir die Situation und obwohl wir keinerlei Aussicht auf eine gültige Wertung hatten, wollen die Jungs zum Wettkampf antreten. Nach dem Abendessen drehten die Zwei noch eine Runde und machten ein paar Ziellandungen zum eingewöhnen. Nach der Landung erzählten sie, dass sie bei ihrem Rundflug sogar vom Frankfurter Flughafen eingereiht wurden und ihnen die 3. Landeposition freigegeben worden wäre. Wer`s glaubt........

 

 

Am Donnerstag erreichte das zweite Eagle Trike den Flugplatz Gelnhausen und kassierte bei der Landung gleich einen Platten. Kein Problem, wurde gleich repariert. Danach öffnete der Himmel seine Schleusen und es regnete in Strömen, als um 14 Uhr die Meisterschaft offiziell eröffnet wurde. Nach einleitenden Worten von Wolfgang Lintl, und dem Präsidenten des Gelnhausener Flugplatzes übernahm Michael Kania das Wort. Es folgte das "General Briefing"  u.a. mit Infos zu Penalties, Disqualifikation, Wertung, Ablauf der weiteren Briefings, Vorbereitungszeit immer 90 Minuten unter Aufsicht, Verlassen des Briefingraumes nur nach Abmeldung etc. Danach erklärte Ernst Graf im tiefsten Bayerisch die Funktion des Loggers. Nachdem einige Teilnehmer seine Frage "Habt's Ihr ois verstandn?" nicht mit Ja beantworten konnten, versicherte er, die Loggerfunktionen noch zusätzlich auf einem "Bladl Bapier" auszudrucken.

 

 

Gleich im Anschluss erfolgte das Briefing für die erste Navigationsaufgabe, die noch heute geflogen wurde. Mehrere Legs müssen mit vorgegebener Groundspeed abgeflogen werden, alle Wendepunkte sind bekannt. Gesamtlänge ca. 200 km. Unsere Jungs gingen um 17:55 h raus und kamen planmäßig 10 Minuten vor Sunset zurück. Das sehr knappe Zeitfenster zum Sunset sorgte bei so Manchem bereits für die erste Verstimmung. Die Auswertung hing absolut zügig aus und unsere Jungs freuten sich, da Viktor bei der Groundspeed nur eine extrem geringe Abweichung hat. Angegeben waren 90 km/h, gemessen 89,4 km/h. 

 

 

Der Freitag startete pünktlich mit dem angesetzten Briefing um 07:30 h. Die heutige Aufgabe ist, eine Linie entlang zu fliegen, dann einen vorgegebenen Kreisbogen und am eingetragenen Einfädelpunkt auf die nächste Gerade zu biegen. Auf dem Track müssen insgesamt 6 Bilder gefunden werden. Irgendwie geht es um Burgruinen und Kirchen. Was die heutige Aufgabe etwas erschwerte war der extrem starke Gegenwind, der den Jungs einiges an Kraft abverlangte. Ein C42-Team kam zurück und meinte, dass die LKW unter ihnen auf der Autobahn schneller fuhren, obwohl bei auf ihrem C42-Tacho 130 km/h angezeigt wurde. Alle stellten sich nach der Anstrengung auf eine ausgedehnte Mittagspause ein, aber es kam anders. Nächstes Briefing 13 Uhr. Hieß für unsere Jungs 30 Minuten Pause. 

 

Gebrieft wurde eine weitere Navigationsausgabe, die wie folgt lautete: Fliege eine vorgegebene Gerade, dann einen Kreisbogen, dann eine kurze Gerade und auf den nächsten Kreisbogen. Dieser ist genau parallel zum ersten Bogen, mit einem Abstand von 5 km. Die ersten bemängelten, dass das "Gefährliche" daran ist, dass sich die Flieger auf den Kreisbögen ja entgegen kommen. Ab ein Abstand von 5 km hier "gefährlich" ist, das denke ich kann hier jeder selbst bewerten. Immerhin sind wir ja auf einer Meisterschaft und da sollte solch eine grobe Kursabweichung nicht passieren. Letztendlich kommen alle wieder gut zurück bzw. sind die Aufgabe eben nicht angetreten.

 

Den Abend nutzten wir für einen kurzen Erkundungsspaziergang in das Städtchen Gelnhausen. Wunderschöne Fachwerkhäuser säumen die kleinen, hügeligen Gässchen, die sich verwunschen durch den ganzen mittelalterlichen Stadtkern ziehen. Die Straßenbeleuchtung erfolgt ausschließlich durch alte verschnörkelte Laternen, die die alten Gemäuer in ein warmes gelbes Licht tauchen. Also Gelnhausen ist auf alle Fälle einen Besuch wert.


 

Der Samstag brachte eine neue Aufgabe - Ziellandung. Nach der letzten Landung erfolgte gleich im Anschluss das nächste Briefing für eine weitere Navigationsaufgabe, die aber dann wegen der schlechten Wetterbedingungen kurzfristig verschoben und durch eine weitere Ziellandung ersetzt wurde. Das einzig neue daran, die umgekehrte Startreihenfolge. Um 14:30 h folgte nochmals ein Briefing und die Info, dass die Navigationsaufgabe komplett gestrichen wird. Dafür wurde eine 3. Ziellandung angesetzt. Die Begeisterung der Teilnehmer hielt sich in Grenzen, aber auf einer Meisterschaft gehören Präzisionsaufgaben wie Ziellandungen und Start aus dem 100m-Feld eben auch zur Wertung. Vor allem in der Klasse "Dreiachser doppelsitzig" ist es ganz eng in den oberen Plätzen und da kann die Ziellandung noch einiges in Bewegung bringen. Die Organisatoren vor Ort, Helga und Gunter Klein, waren derzeit auf Platz 2 und konnten sich mit einer gelungenen Ziellandung den ersten Platz sichern. Darüber freuten wir uns wirklich alle. Immerhin hatten die beiden jeden Tag Frühstück für das Teilnehmerfeld gemacht, frischen Kuchen und zusätzlich noch am Wettkampf teilgenommen. Aufgrund dieser Doppelbelastung ist dieser Meistertitel wirklich eine großartige Leistung. Mit der letzten Landung endete auch die Meisterschaft, so dass auf der Hangarparty ganz entspannt gefeiert werden konnte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für den Sonntag war eine weitere Schlechtwetterfront angekündigt und so entschied sich Viktor, noch heute eine Teilstrecke des Rückfluges zurück zu legen und so holten wir ihn am vereinbarten Flugplatz ab, wo er sein Trike zwischen zeitlich einstellte. Dadurch kamen wir allerdings erst um 21:15 h nach Gelnhausen zurück, wo die Hangarparty bereits in vollem Gange und die Gäste bereits in riesiger Feierlaune waren. Wir ließen den Abend gemütlich ausklingen und hörten der Liveband zu. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Sonntag fand um 11 Uhr die Siegerehrung statt. Viktor und Sven holten den ersten

Platz in der Klasse Trike doppelsitzig, wobei aber aufgrund von nur 2 teilnehmenden Teams, kein Meistertitel vergeben wurde. Nach einer herzlichen Verabschiedungsrunde starteten wir gegen Mittag Richtig Heimat. Danke an die Organisation, das Wettkampfteam, besonders an Helga und Gunter Klein, die Flugplatzbetreiber und an Alle, die mitgewirkt haben, diese Meisterschaft durchzuführen. Besonders die herzliche Aufnahme und die Freundlichkeit am Platz bleiben uns in schöner Erinnerung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Deutsche Meister in der Dreiachser Klasse

Helga und Gunther Klein

 


 


 

 

 

 

 

Bookmarks

BloggerFacebook ShareTwitter