Deutsche Motorschirm-Meisterschaft in Ballenstedt, Sachsen Anhalt vom 02.-05.06.2016

Donnerstag, 02.02.2016

Um 21:00 h eröffnet Wettbewerbsleiter Tim Schwartz die diesjährige Deutsche Motorschirm Meisterschaft. Dann stellen sich die 15 Teilnehmer und das Orga-Team in einer kurzen Runde vor. Im „General Briefing“ werden wichtige Verhaltensweisen und organisatorischen Regeln vorgestellt wie z.B.: Wo sind „No Flying Zonen“? In welche Richtung fliegt man die Platzrunde? Gibt es eine Höhenbegrenzung? Mit wem muss man noch am Platz rechnen (Fallschirmspringer?, Segelflieger?) Wo sind Lande- und Startfeld? Etc. 

Neu beim Wettbewerb ist z.B., dass die Signale nicht mehr mit Fahnen sondern mit einem Lichtstrahler gegeben werden. Gegen 22:00 h werden dann die ersten Aufgaben gebrieft. Alleine schon die Namen der Aufgaben klingen interessant und anspruchsvoll: „High Peak“, „Dragon Tail“, „Dickes D“, „Die 8“ und „The Devils Five“. Morgen hoffen wir bei gutem Wetter die erste Präzisionsaufgabe fliegen zu können - „Die 8“ startet um 06:30 h.



Freitag, 03.06.2016

Heute früh um 06:30 h startete die erste Aufgabe - „Die 8“. Im Feld standen 2 Pylonen mit Abstand von 100 m, genau dazwischen eine Kickstange. Die Piloten mussten nun die Pylonen in Form einer Acht umfliegen und jeweils dazwischen die Stange kicken. Dafür hatte jeder Pilot 3 Minuten Zeit. Knapp 40 Minuten später öffnete das Startfenster für die Aufgabe „Das dicke D“. Ziel der Aufgabe ist ein in einer begrenzten Zeit einen möglichst großen Halbkreis zu fliegen. Nach dem Start ist ein beliebig gerade Kurs einzuschlagen. Die Länge des Schenkels ist vom Piloten frei zu wählen. Anschließend kehrt der Pilot in einem Halbkreis zum Platz zurück. Die Landung hat innerhalb 60 Minuten am Platz zu erfolgen, sonst gibt es Null Punkte. Für die Bewertung wird der Radius des Halbkreises ermittelt und die geringste Entfernung verwendet. Die Flugbedingungen waren wohl ziemlich bockig und so gab es das ein oder andere Durchschnaufen, die Böen überstanden zu haben. 

Kaum waren die Piloten gelandet, hingen schon die ersten Ergebnisse und Ausdrucke der Loggeraufzeichnungen aus. Es bildete sich schnell eine Traube um das Task-Board und es gab viele erfreute Gesichter. 

 

 









Nach einer ausgiebigen Mittagspause fand um 14:00 h das Briefing für die weiteren Aufgaben von heute statt. Danach wurden für die Aufgabe „High Peak“ alle Maschinen enttankt und kontrolliert unter Aufsicht neu betankt. Fußstart-Piloten bekamen im Kampf um die höchste zu erreichende Höhe 1 Liter, einsitzige Trikes 2 Liter und unser Doppelsitzer-Trike 4 Liter Sprit. 

Gleich im Anschluss hieß es offenes Startfenster bis 18:00 h. Aufgrund des starken Windes und der schlechten Thermik war erst mal abwarten angesagt. Um 16:45 h wagt sich Uli Nübling als erster aufs Startfeld, begleitet von vielen neugierigen Blicken. Letztendlich sind alle gestartet und einige konnten richtig gut Höhe machen. Nach der Landung wurden alle möglichen Höhen genannt - aber warten wir mal die Auswertung ab. Gleich im Anschluss daran gab es wieder eine Bodenaufgabe. 



Start der Zeitwertung beim Durchflug der beiden Pylonen, dann einen Ball kicken oder im Vorbei-Rollen oder im Laufen treten. Zweiteres bedeutet allerdings einen wertvollen Zeitverlust. Dann Höhe gewinnen und Motor aus. Mindestens 30 Sekunden muss der Motor aus sein, bevor man zur Ziellandung aufsetzt. Der Ziellandekreis hat 3 Zonen. In der Mitte der begehrte Ball, der satte 250 Punkte bringt und bei dieser Aufgabe tatsächlich 3 Mal getroffen wurde. Dann der rote Kreis mit 150 und der gelbe, äußere Kreis bringt immerhin noch 100 Punkte. Für Landungen außerhalb dieses Kreises gibt es Null Punkte. 
























Die letzte kombinierte Aufgabe für den heutige Tag ist der Start über das Hindernisband. Der Pilot sagt den Marshalls wie kurz oder lang sein Startweg ist und überfliegt dann ein 2 m hohes Hindernisband. Danach wieder Höhe gewinnen, Motor aus und nach frühstens 30 Sekunden auf den Zielkreis aufsetzen. Alle Piloten war sehr diszipliniert und so konnten die Aufgaben rechtzeitig vor Sunset abgeschlossen werden. Und genauso reibungslos wie die Aufgaben abgeflogen wurden, so reibungslos läuft die Auswertung. Es dauert kaum länger als 2 Stunden bis die Wertungen der vorher gehenden Aufgabe aushängen. Um 21:30 h letztes Briefing, bereits für die Aufgabe von morgen. Um 7 Uhr öffnet das Startfenster für genau 30 Minuten und es geht in eine Navigationsaufgabe „The Devil's Five“ mit ca. 1,5 Stunden Flugzeit. Bild zeigt das Briefing für die Bodenaufgabe. Der rote Ball musste im Überflug oder beim Vorbeirollen getreten werden.
























Samstag, 04.06.2016

Um 7 Uhr geht in die heutige herausfordernde Navigationsaufgabe "The Devils Five". Es müssen ein Dreieck, ein Kreis und ein Quadrat im Uhrzeigersinn abgeflogen werden. Die Zahl Fünf spielt insofern eine Rolle, da sowohl Kreisdurchmesser, Dreiecksschenkellänge und Quadratseitenlänge jeweils 5 km betragen. An dieser Stelle ein großes Kompliment an Tim Schwartz und Stefan Sieker für all die tollen Aufgaben, die sie sich mit viel Raffinesse ausgedacht und zeitintensiv vorbereitet haben. Gewertet wird bei der "The Devils Five" die Gesamtzeit vom Einfliegen in das erste Symbol bis zum Ausfliegen aus dem letzten Symbol. Wer also aus irgendeinem Grund ein Symbol nicht mit einer deutlichen Überschneidung fertig abgeflogen ist, erhielt Null Punkte. Zudem sollten alle Symbole in der gleichen Zeit abgeflogen werden. Auf dem Kurs gibt es zusätzlich versteckte Zeittore. Nach Rückkehr mussten die Piloten im vorher definierten Landedeck landen. Das DM-Team hatte kurzfristig entschieden dieses Mal beim Einsammeln der Logger zusätzlich alle Piloten nach eventuellen Hilfsmitteln wie GPS zu überprüfen. Hier könnt Ihr einige Tracks und die Auswertung sehen.























 























Gleich im Anschluss an die Landung erfolgt ein kurzes Briefing für die nächste Aufgabe "Dragon tail chase". Der Pilot bekommt am Start ein Band, das er in einer selbst definierten Höhe abwirft und anschließend wieder einfangen muss. Aus Sicherheitsgründen wird die Aufgabe mit laufendem Motor durchgeführt. International wird oft die Variante verwendet, beim Bandabwurf bereits den Motor ausgeschaltet zu haben. Anschließend Landung im Deck.

















 

Um 12 Uhr gibt es das nächste Briefing für die Aufgaben, die am Spätnachmittag angesetzt werden. Dann übernehmen erst mal die Segelflieger den Flugplatz und lassen sich mit der Seilwinde in den blauen Himmel ziehen. Um 16:30 h startet das Defueling für die Aufgabe "Speed Triangle and out and return", deren Start ab 18:00 h beginnt. PF1 bekommen 2 Liter, PL1 3 Liter und PL2 5 Liter Sprit. Die Aufgabenbeschreibung findet Ihr im offiziellen Task-Katalog der FAI. Die beiden kombinierten Aufgaben bringen jeweils 500 Punkte. Also wer im Speeddreick alles gibt, kann hier zwar die maximale Punktzahl holen, dafür aber evtl. im zweiten Part nicht mehr genug Sprit haben, um eine große Strecke zu machen oder sogar nicht mehr genug Sprit, um wieder zum Platz zurück zu kommen. Nachdem vorher die Gesamtergebnisse aushingen, hat sich schon abgezeichnet, dass diese Aufgabe noch einiges an Verschiebungen in der Rangfolge der Plätze bringen kann. Und so kam es dann auch. Der bis dahin in der PF1 Klasse ganz oben stehende Pilot hatte aufgrund einem technischen Defekt eine Außenlandung auf dem weitläufigen Flugplatzgelände und rutsche damit von 1 auf 3. Einer der Wendepunkte wurde von Tim auf das Gipfelkreuz der Gegen-steine gelegt und somit hatten wir am Platz immer einen guten Blick auf die bunten Schirme. Nach Abschluss des Speeddreiecks ging es durch zwei Pylonen und dann startete der zweite Aufgabenteil "out and return".






















Dank dem zügigen Auslesen der Logger und dem schnellen Auswerten durch Tim und Stefan konnte bereits am Abend während der Überraschungsgrillparty die Siegerehrung stattfinden.  Damit war die Meisterschaft offiziell beendet. Das gesamte Team gratulierte den Siegern und Teilnehmern. Danach gab es unterm Sternenhimmel stimmungsvolle Live-Musik von den österreichischen Piloten Günther und Klaus. Danke Jungs, das war echt spitze!

In gemütlicher, fröhlicher Runde wurden bis weit nach Mitternacht Erfahrungen und Erlebnisse der letzten Tage ausgetauscht. Ihr wollt mehr über den legendären Abend und diese tolle Meisterschaft erfahren? - Dann fragt doch einfach mal die Teilnehmer. 


Die Pokale wurden mit viel Rauch von Tschai und Stefan in Szene gesetzt.

 


Vollständige Ergebnislisten folgen weiter unten.


Ergebnis Klasse PF1 (Fußstart)

1. Udo Hülscher       4.740 Pkt.

2. Jürgen Ulkan        4.558 Pkt.

3. Benedikt Bös        4.184 Pkt.

4. Ulrich Nübling

5. Gerry Mayr

6. Rainer Krumm         

7. Jörg Maass 


Ergebnis Klasse PL1 (Trike einsitzig)

1. Jens Hicken                      4.673 Pkt.

2. Thomas Bockholt              3.908 Pkt.

3. Helmut Brackhues            3.897 Pkt.

4. Richard Krüger-Sprengel

5. Frank Birken

6. Andreas Soremba


Ergebnis Klasse PL2 (Trike doppelsitzig)

1. Klaus Angerer/Gabriel Staffa    4.500 Pkt.


Ergebnis internationale Wertung (hier nur Trike einsitzig)

1. Günther Böcksteiner       4.716 Pkt.

2. Jens Hicken                    4.673 Pkt.

3. Thomas Bockholt            3.908 Pkt.
























 

 

 

 
























Herzlichen Dank an Tim, Stefan, Tschai und Alexander für die großartige Zusammenarbeit. Danke auch an Uwe und sein Flugplatz-Team sowie Antje für Eure tolle Unterstützung vor Ort. Und Dankeschön an Wolfgang Lintl, der offiziell als Vertreter des Verbandes dabei war und hier die Chance genutzt hat, einen rundum positiven Eindruck von der Motorschirm-Gemeinschaft mitnehmen zu können. 


Gratulation an die beiden Deutschen Meister, an alle Sieger und an alle Teilnehmer - national sowie international. Respekt an alle Rookies, die hier den Mut hatten, als Neulinge anzutreten. 











 

 

 

 

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