Weltmeisterschaft (Microlight und Paramotor) vom 20.-27.08.2016 in Popham, England

 

Samstag, 27.08.2016 (Update Microlights)

Nachdem wir Microlights alle bei der Siegerehrung der Paramotor mit gejubelt und den Siegern Respekt gezollt haben, heißt es für uns noch die Protestfrist abzuwarten. Dann werden zügig unsere finalen Ergebnisse ans Board getackert und kaum eine Stunde nach dem Ende der Paramotor-Abschlussfeier finden sich die Nationenteams der Microlights wieder im Zelt ein. Die Paramotor Teilnehmer sind bis auf einige wenige aus den Teams Frankreich und Tschechien bereits abgereist. Dennoch feiern wir die Sieger gebührend und die Hymnen werden voller Stolz mitgesungen. Eine Woche anspruchsvoller Wettkampf mit oft schwierigen Windbedingungen geht für uns zu Ende. Das deutsche Microlight Team lieferte super Leistungen ab und erzielt nachfolgende Platzierungen:

RAL1 - 6 Teams: Willi Schröder (6. und leider letzter Platz)

RGAL 2 T - 8 Teams: Johannes Lemburg/Hans-Wilhelm Friedrich (5. Platz)

RWL2 T - 17 Teams: Viktor Wyklicky/Sven Harsch (6. Platz)


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Zum krönenden Abschluss dieser Meisterschaft können wir noch ein paar Anflüge und Teilfiguren der Red Arrows am Himmel erhaschen. Auch wenn wir nur ein paar kleine Ausschnitte sehen können, so sind wir restlos begeistert von den präzisen Flugformationen dieser legendären englischen Flugstaffel. Nur wenig später ertönt tiefes Brummen in der Ferne und 2 Spitfires überfliegen in enger Formation die Landebahn von Popham (siehe Bild). Auch sie performen beim Car Festival, haben uns hier aber einen kurzen Besuch abgestattet. Für heute Nacht bleiben wir noch am Flugplatz in Popham. Mit uns auch noch ein paar englische, spanische und tschechische Piloten. Sonntag und Montag sind Rückreisetage und man kann beginnen, diese spannende und auch anstrengende Meisterschaft in Ruhe Revue passieren zu lassen. Wir sind jedenfalls super zufrieden, in der starken RWL2 T-Klasse, einen sechsten Platz erkämpft zu haben. 

Hier die beiden Spitfire im Überflug - trotz wolkenverhangenem Himmel ein echtes Erlebnis.





















Samstag, 27.08.2016 (Update Paramotor)

Alle Ergebnisse für Paramotor sind pünktlich raus. Gegen 11:30 h ist das Zelt voll, als den Paramotor-Piloten ihre Pokale und Medaillen überreicht werden. Die französische Hymne dominiert die Feier. Sie wird 6 mal gespielt. Durch technische Defekte und teils unglücklichen Umständen konnte das deutsche Team leider nicht die erhoffte Leistung abliefern. Bei der letzten Aufgabe läuft es dann endlich wieder gut. Tom holt bei der "Pure Economy" am Freitag 1.000 Punkte und gewinnt den Task 11. Final erreichen die deutschen Paramotor-Piloten folgende Platzierungen:

PL2 - 10 Teams: Krüger-Sprengel/Hou (8. Platz), Hicken/Wellhöfer (10. Platz)

PL1 - 19 Teams: Thomas Bockholt (17. Platz), Helmut Brackhues (18. Platz)

PF 1 - 46 Teams: Jürgen Ulkan (44. Platz) 


Bis zum letzten Tag und bis zum letzten Piloten schoben die Marshals ihren Dienst und trotzten der Zeit und der Sonne. Ihnen gebührt ein großes Dankeschön.





















Samstag, 27.08.2016

Die Abschlussfeier für Paramotor soll für 11:00 h angesetzt bleiben. Bei Mircolitghts gab es wohl noch complaints und die Frist für Proteste läuft um 10:45 h ab. So kann es sein, dass wir heute mal später als die Paramotor die Medaillen empfangen. Aufgrund eines "Red Arrow Displays" in ca. 4 km Entfernung ist heute freies Fliegen erst nach 14:30 h erlaubt. Mal schauen, ob wir den ein oder anderen Blick auf die rote Flugformation erhaschen können.

Hier werden die letzten finalen Ergebnisse für Microlight ans Board getackert:


 

Freitag, 26.08.2016

Für heute ist die letzte Aufgabe der diesjährigen Weltmeisterschaft gebrieft. Economy mit limited fuel. Zu fliegen ist ein Speed Dreieck mit anschließend Distanz machen und wieder zum Flugplatz zurück kommen. Am Flugplatz muss dann noch mit Motorkraft ein 100-m-Feld durchfahren werden. Da es aber für das Dreieck sowie Distanz sowie Zeit verschiedene Bonuspunkte gibt, ist hier wichtig, neben der Strecke auch die Taktik nicht zu vergessen. Bei unseren deutschen Microlight Teams läuft es gut. Für unsere Paramotor-Piloten ist heute ein echter Traumtag. In der Früh eine Curve-Navigation mit Zeitwertung. Leider hat Jürgen an seinem Ersatzmotor einen technischen Defekt und muss außen landen. Nachmittags gehts für die Paramotor nochmals in die Luft. Vom deutschen Team sind für diese Thermikaufgabe mit limited fuel mittlerweile nur noch 3 Teams übrig, um an den Start zu gehen. Aber alle sind glücklich nochmal richtig lange in die Luft zu kommen. Der strahlend blaue Himmel ist gefüllt mit bunten Schirmen, die über dem Flugplatz tanzen. Darunter gemischt auch die Schirme von Tom und Schelle, die die Deutschlandfarben Schwarz-Rot-Gold tragen und herrlich in der Sonne leuchten. Irgendwie ist dieses Bild mit all den bunten Schirmen ein versöhnlicher Abschluss zu dieser Meisterschaft. Fliegen bis zum Sunset. Ab spätem Nachmittag werden nach und nach die Ergebnisse veröffentlicht. Noch ist Zeit für complaints und Proteste. Schauen wir mal was der Abend für die Auswertung noch bringt. Sicher ist, dass ab 20:00 h eine Abschlussparty im großen Zelt startet.

Speeddreieck - während dem Flug und vorbereitete Karte























 
























Am Abend wurde dann im Rotax-Zelt gefeiert
























Donnerstag, 25.08.2016

Der Donnerstagbericht kommt ein bisschen verspätet, aber ich brauchte etwas Zeit, um die Ereignisse vom Donnerstag sacken zu lassen. Für Paramotor war gleich in der Früh eine Ziellandung angesetzt. Als ich am Feld stand zum Zuschauen...tja, was konnte man da sehen...in einer Stunde 5 startende Trikes. Keiner konnte mir den Grund dafür sagen, dass keine Paramotor in der Luft waren. Für mich ist das ein Organisationsversagen. Wie kann man Piloten, die mit ausgelegten Schirmen und warm gelaufenen Motoren im Startfeld stehen, nicht starten lassen. Auf was muss hier gewartet werden? Ok, Windverhältnisse sind schwierig und der Start in das Lee laut unseren Piloten hier absolut tückisch. So verstrich der Morgen. Unter den Paramotor, die dann doch die grüne Flagge bekommen, ist auch unser PL2-Team Hicken/Wellhöfer. Leider ist deren Landung ziemlich hart und der Rahmen so beschädigt, dass der Wettbewerb für dieses Team heute hier zu Ende ist. Denn eine Reparatur ist hier in England nicht möglich. Die Microlights starten ab 9 Uhr auch eine Platzaufgabe. Die Aufgabe „short take off“ muss noch von einigen Klassen nachgeholt werden. Nach dem „short take off“ bauen die Piloten Höhe auf, überfliegen das Ziellandefeld, schalten den Motor aus und drücken die Stoppuhr. Die Zeit von Motor aus bis zur Landung ist in dieser Aufgabe auch Punkte relevant, denn die meisten Punkte bekommt, wer je zur vollen Minute landete. Dann Einlanden im Ziellandefeld und Maschine stoppen im 100-m-Feld. Zwei Teams haben eine harte Landung, u.a. unser deutscher Dreiachser. Damit ist für Willi die Meisterschaft hier zu Ende. Eine Reparatur ist in der Kürze der Zeit nicht möglich. Für die beiden anderen deutschen Teams läuft es gut. Im Anschluss heißt es wieder „lining up“ für die nächste Präzisionsaufgabe „short landing“. Start erfolgt völlig frei, also ohne 100-m-Deck, dann muss so kurz wie möglich hinter einem 1 m hohen Flatterband gelandet und innerhalb 150 m der Flieger zum Stehen gebracht werden. Beide deutschen Teams punkten, auch wenn wir hier auf keinen Fall zu den Besten gehören. Aber auch wir folgen dem Mantra: Safety first! Was mir nach diesem Tag noch wichtiger erscheint. Am Nachmittag sind wir beschäftigt alle Gemüter zu beruhigen und einiges zu organisieren. Für die Paramotor verstreicht der Nachmittag ohne Fliegen. Dafür wird wieder gebrieft. Ich glaube fast, dass der competition director der Paramotor lieber bei schönem Wetter briefen mag :-). Am Abend wird dann die Ziellandung für PL1 angesetzt. Unsere beiden PL1-Teams gehen an den Start. Leider bekommen beide null Punkte, weil Tom zwar trifft, aber nicht rechtzeitig bremsen kann und Schelle direkt über den Zielpunkt hinweg fliegt. Die beiden haben noch gar nicht richtig ihre Maschinen an die „blue line“ geschoben, als wir sie aus dem Feld holen müssen, weil seit 3 Minuten in eine bis jetzt unbekannte Navigationsaufgabe gestartet werden muss. Flugdauer 60 Minuten, plus Flug zu Start- und Endpunkt. Higgy brieft noch schnell am Feld. Um überhaupt noch einigermaßen eine Chance zu haben, den Task bis Sunset 20:20 h fertig zu fliegen, müssen/können die beiden den Kurs vom PL2-Team übernehmen. Das steht aber bereits in den Startlöchern. Also wieder mal Hektik pur. Nach 19:00 h sind wir soweit mit den Karten klar. Die Nerven liegen blank. Ist auch verständlich, wie soll man in 10 Minuten seine Karte für einen 60-Minuten-Kurs sauber vorbereiten? Kaum fertig und die Karte aufgeklebt, kommt die Info, dass die Aufgabe für PL1 gecancelt ist, da noch einige in der Luft waren, als die Aufgabe anging. Soll morgen aber wiederholt werden...ok, erst mal durch schnaufen, aber auch Kopfschütteln...das ist echt alles so unkoordiniert....ihr könnt Euch sicher denken, dass es dann doch wieder anders kam. Genau, diese Aufgabe fliegen die PL1 nicht mehr. Jedenfalls ist der Start unseres zweiten PL2-Teams spektakulär und nervenaufreibend, geht aber Gott sei Dank gut. Unser Fußstarter Jürgen ist auch in den Task gestartet. Wir drücken also für die dezimierte deutsche Mannschaft die Daumen für diese Aufgabe, während im Startfeld so manch wilder Abflug gezeigt wird. Die Sonne versinkt am Horizont und die Dämmerung übernimmt den englischen Abendhimmel. Immer schneller kommen die Paramotor angerauscht, um noch rechtzeitig auf dem Landefeld anzukommen. Als es 20:20 h ist, heben sich immer noch mehrere Paramotor-Schirme vom düsteren Himmel ab. Jürgen kommt ca. 3 Minuten zu spät an, Richard ein paar Minuten später. Damit null Punkte. Der Frust ist groß im Paramotor-Team und ich frage mich, wieso man das nicht alles entspannter organisieren kann. Oder vielleicht die Sunset-Zeit am Final Point nimmt, dann hätte man hier einigen noch eine wertbare Aufgabe beschert. Diesen Tag sollte man einfach streichen.

Hier ein paar Eindrücke der Paramotor-Meisterschaft


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Mittwoch, 24.08.2016 (Update)

Die gestrige Aufgabe der Microlights war gespickt mit Besonderheiten und sehr anspruchsvoll. An dieser Stelle ein Kompliment an den Wettbewerbsleiter Rob Grimwood und sein Wettbewerbsteam für tolle Aufgaben und eine reibungslose Organisation. Alle die hier gelbe bzw. gelb-grüne Jacken tragen und somit offensichtlich in die Meisterschaft eingebunden sind, gebührt ein großes Dankeschön und ein großes Kompliment. Die haben alle eine super Leistung erbracht. Die Organisation der Microlight Meisterschaft ist echt top. Der heutige Mittwoch bringt uns weitere drei Aufgaben, die sehr interessant und anspruchsvoll sind. Die Piloten sind den ganzen Tag unterwegs. In der Früh bringt uns eine Navigationsaufgabe auf die Isle of Wight, Strecke ca. 160 km. Ein Kartensatz von 10 Bildern wird in der Quarantäne ausgehändigt. 8 Bilder davon sind Fotos auf dem Kurs, zwei Bilder davon haben zusätzlich eine Kursangabe (z.B. B-182). Zudem sind 3 fixe Linien in der ausgehändigten Karte bereits eingezeichnet. Das heißt, dass der Pilot, sobald er das Bild mit der Kursgradzahl gefunden hat, während dem Flug von diesem Punkt die neue Kurslinie in der angegebenen Gradzahl mit der nächsten fixen Linie verbinden musste. Das war dann vorerst der neue Kurs. Dies wiederholte sich, sobald man das zweite Bild mit Kursgradzahl gefunden hatte. Ein Bild davon war einer der Leuchttürme auf der Isle of Wight, die in Flughöhe schon von weitem sehr gut erkennbar war. So manch ein Pilot hatte aber nicht mit dem ausgefuchsten Wettbewerbsleiter Rob Grimwood, mehrfacher Goldmedaillengewinner, gerechnet und fixierte ab da nur noch dieses Bild, den Leuchtturm. Doch, echt fies, lag kurz vor dem Leuchtturm auf dem Kurs das zweite Foto mit einer Kursgradzahl und somit knickte der Kurs nahezu 90 Grad ab. Mit zwei weiteren "Haken" ging es dann auf die Insel und auch zum Bild mit dem Leuchtturm. Auf dem angegebenen Flugplatz wurde gelandet und die Flieger abgestellt. Es gab für 6 Pfund ein kleines Barbecue mit Live-Musik von zwei Gitarrenspielern. Danach war Auftanken angesagt und ein bisschen relaxen bis zumStart der neuen Aufgabe. Die Navigationsaufgabe umfasst einen ca. 150 km langen Kurs, von dem einige Kursteile unbekannt sind. Es wurde ein Bildersatz von 7 Fotos und 3 „Abbiegefotos“ ausgegeben. Man musste auf der vorgegebenen Linie so lange fliegen, bis man das „Abbiegebild“ gefunden hat und dann auf den Anfang der nächsten bekannten Kurslinie „springen“. So ging es auch von der zweiten auf die dritte Linie. Wer das „Abbiegebild“ nicht gefunden hat, musste die bekannten Kurslinien jeweils bis zum Ende abfliegen. Für 18:30 h war die letzte Landung am "Heimatflugplatz" Popham geplant.


Interessant ist sicherlich auch die Besetzung der Microlight Klassen:

RGL 2 T – 8 Teilnehmer

RAL 1 – 6 Teilnehmer

RAL 2 – 17 Teilnehmer

RWL 2 T – 17 Teilnehmer

RWL 1 – 11 Teilnehmer


Die deutsche Mannschaft stellt je ein teilnehmendes Team in den Klassen RGL2 T, RWL2 T und RAL1.


Aufreihen zur Ziellandung





















Mittwoch, 24.08.2016

Für die Microlights wurden gestern Abend oder eher Nacht noch 3 Aufgaben gebrieft, die heute geflogen werden müssen. Erste Aufgabe ist eine Navigationsaufgabe ca. 160 km auf die Isle of Wight. Dort auf dem Flugplatz einlanden, Quarantäne, Aufgabe abgeben, tanken und als kleine Entspannung ein Barbecue. Dann Vorbereiten auf die neue Aufgabe, die ebenfalls schon gebrieft ist. Empfang der Bilder, Rechnen und Vorbereiten wieder in der Quarantäne. Dann Navigationsaufgabe ca. 150 km zurück. Wieder Bilder, Zeit...das übliche. Dann Touch and Go-Landung auf einem derzeit noch unbekannten Flugplatz in einer 6-m-Box. Ab da dann direkter "freier" Flug zurück nach Popham. Quarantäne, Aufgabe abgeben, Logger auslesen. Bei den Paramotor kommt heute keiner in die Luft. Morgens klappt es nicht mit der Einteilung Start-/Landefeld und abends steht ein Regenschauer am Himmel und die gebriefte Navigationsaufgabe wieder kurzfristig gecancelt. Morgen um 05:45 h soll es einen neuen Versuch geben. Bisher gibt es sowohl bei Microlight als auch bei Paramotor kaum Ergebnisse und die, die veröffentlicht sind, zeigen noch den Stand "provisional". Das deutsche Paarmotor-Team hat nach einem abgelehnten Complaint heute einen Protest eingereicht. 

 




Dienstag, 23.08.2016 (Update)   

Aufgrund Nebel wird der Start der Paramotor von 6 Uhr früh erstmal verschoben. Eine Stunde später geht es los. Da das Startfeld im Lee liegt, gibt es einige Klapper und grenzwertige Starts. Manche entscheiden sich dafür, bei diesen Bedingungen gar nicht zu starten. Unser Fußstarter absolviert die Ziellande-Aufgabe, kommt aber aufgrund eines Ausweichmanövers unglücklich auf wobei der Rahmen stark beschädigt wird. Am Nachmittag läuft defueling/fueling. Gegen 16:00 Uhr öffnet das Startfenster. Die Bedingungen für den Start sind alles andere als ideal. Es herrscht starker Wind, der auf der Bahn immer wieder aus verschiedenen Richtungen kommt. Zudem liegt das Startfeld wieder im Lee. Die ersten wagen es dann doch. Geflogen werden muss ein Speed-Dreieck mit einer Gesamtlänge von 30 km. Danach startet unmittelbar noch in der Luft die zweite Aufgabe „Distance“. Also so weit wie möglich weg und wieder zum Flugplatz zurück. Man muss allerdings bedenken, dass die beiden Aufgaben mit limited fuel geflogen werden. Nachdem z.B. eines unserer Doppelsitzer Trikes mit der erhaltenen Spritmenge maximal 28 km fliegen kann, entscheidet der Pilot, die Aufgabe gar nicht zu starten und folgt somit dem großen Mantra der Verantwortlichen: Safety first. Unsere Trike-Piloten Tom, Schelle und Richard starten später, als der Wind abflacht. Jürgen ist ebenfalls unterwegs. Um 20:30 h ist Ende der Aufgabe und alle müssen wieder am Platz zurück sein. Leider schaffen das nicht alle. Wobei das bei diesen Bedingungen schon vorhersehbar war. Bei uns landen Jürgen und Schelle sicher – aber außerhalb des Flugplatzes. Beide sind ok. Auch in anderen Teams starten die Autos und Transporter, um ihre Piloten zurückzuholen. Die Microlights hatten heute die Aufgabe mit den Kreisen. Zuerst wurden gegen 9 Uhr die langsamen losgeschickt, dann eine Stunde Pause eingelegt, dann starteten die schnelleren Maschinen hinterher. Auch hier hatten wir mit starkem Crosswind und dem Lee hinter den Bäumen zu kämpfen. Da die Startbahn hier leicht bergauf geht, erschwerte das manchem den sicheren Start aus dem 100-m-Feld. Die Maschinen die Power haben, zogen steil in den Himmel, um die Verwirbelungen schnell zu überwinden. Einige Trikes mussten nach dem Abheben nochmal deutlich Gas nachschieben und hatten echte Probleme, die Drachen stabil zu halten. Es gab immer wieder Schläge auf den Drachen und vom Boden aus schaute das extremst anspruchsvoll und anstrengend aus. Beim letzten Trike schaukelte die Gondel so stark, dass der Co-Pilot den Drachen mit stabilisieren musste. Ein Gyrocopter hob immer kurz ab und titschte wieder auf. Er benötigte noch die 2 Startbahn um überhaupt in die Luft zu kommen. Für unser Trike-Team war die Aufgabe mit einer Flugzeit von 2:40 h sehr anstrengend. Man musste ständig gegen den Wind kämpfen, Bilder suchen und in die Karte eintragen sowie „Sprung“-Bilder suchen und ab da gleich die Richtungsänderung mit Lineal auf der Karte zeichnen und auf den entsprechenden Kreis wechseln. Zum Abschluss musste man nochmals seine ganze Konzentration zusammen nehmen und eine Ziellandung hinlegen. Die Windbedingungen waren extrem schwierig. Viele bekamen kurz vor dem Aufsetzen noch Schläge auf den Drachen oder wurden in der Luft einfach so versetzt. Das einzige Positive war, dass die Landung mit laufendem Motor stattfand. Alles andere wäre überhaupt nicht machbar gewesen. Dennoch schlug ein Trike hart auf und wurde stark beschädigt. Es verblieb bis zum Ende der Aufgabe neben dem Ziellandefeld, so dass die anfliegenden Piloten auch das noch ausblenden mussten.

 

Ziellandung unseres Trike-Teams und Tom (PL1) nach seiner Ziellandung








































Dienstag, 23.08.2016

Bereits gestern Abend wurden die Aufgaben für heute gebrieft. Paramotor startet um 6 Uhr früh mit 2 Aufgaben direkt am Platz. Bei den Microlights heisst es vollgetankt um 8 Uhr in der Quarantäne zu stehen. Es gibt eine Navigationsaufgabe mit ca. 190 km Strecke. Diese besteht aus 3 vorgegebenen Kreisen (inner, middle, outer). Ab dem Startpunkt fliegt man auf dem „outer“ Kreis. Ab da muss man dann sehr genau auf Bildersuche gehen. Es gibt einmal 7 und einmal 8 Bilder. Die Bilder zeigen den „Sprung“ vom „outer“ in den „middle“ Kreis bzw. vom „middle“ auf den „inner“ Kreis an. Zudem sind noch weitere Bilder zu suchen, die keinerlei Richtungsänderung erzwingen, aber trotzdem gefunden und präzise in die Karte eingezeichnet werden müssen. Mit einer Flugdauer von über 2 Stunden ist das eine sehr anspruchsvolle Aufgabe.


Montag, 22.08.2016

So, heute Vormittag geht’s los. Trotz des weiterhin böigen Windes. Das Startfenster ist von 12-14 h offen. Unser Gyrocopter-Team und die C22 gehen kurz nach halb 1 raus. Unser Trike-Team eine gute halbe Stunde später. Diejenigen, die bis kurz vor 14:00 h auf ein Abflauen des Windes gewartet haben, deren Strategie geht sich nicht aus. Es bleibt weiter bockig. Die gestern Abend bereits berechneten Kurse werden heute früh nochmal neu berechnet und gekürzt, um mit der begrenzten Spritzmenge weiterhin auf der sicheren Seite zu sein. Eines unserer deutschen Teams ist total zufrieden, das zweite etwas weniger, das dritte macht eine Außenlandung. Alle sind ok, jedoch gibt es wieder ein bisschen was zu schrauben. Ab 17:00 h übernehmen die Paramotor den Flugplatz. Sie fliegen einen Kurs, der von Startpunkt zum Endpunkt 60 Minuten dauern soll, sonst gibt es Strafpunkte. Der Kurs muss über verschiedene Punkte geflogen werden, deren Reihenfolge und Anzahl jedoch frei gewählt werden können. Die Aufgabe gewinnt, wer die größte Strecke in 60 Minuten fliegt. Zum Abschluss noch eine Ziellandung ohne Motor. Der Motor muss mindestens 30 Sekunden aus sein, bevor die Landung erfolgt. Trike und Fußstart landen auf verschiedenen Feldern. Die bunten Schirme tanzen am Himmel und die Luft surrt vom Sound der Motoren. Die Wartezone für den Einflug in die Ziellandung füllt sich ziemlich schnell und so tummeln sich Dutzende Schirme und drehen einen Kreis nach dem anderen. Erst gegen 20:30 h leert sich der Himmel und die letzten setzen zur Präzisionslandung an. Das deutsche Paramotor-Team ist mit seinen Leistungen überwiegend sehr zufrieden.  


 

Sonntag, 21.08.2016 (nochmal)

Vormittags von 10-12:00 h ist bei den Microlights „Sprit britscheln“ angesagt. 11 kg bzw. 7,5 kg abwiegen und versiegeln. Unser Team, dass ausschließlich mit ihren Fliegern nach England gereist ist, hat jetzt verständlicherweise nicht unbedingt mehrere Spritkanister im Gepäck. Also los zur Tankstelle und Kanister kaufen. Vielleicht wäre das mal eine Idee für ein Give-away in der Willkommenstüte einer Meisterschaft – ein 10-Liter-Spritkanister :-). Im Teamleader Briefing am Nachmittag heisst es dann plötzlich: „Ab 14:30 h Start zu Task 1 und 2“. Ok, also dann mal die Fläche vom Trike wieder aufbauen. Der Wind steht ziemlich kräftig auf der Bahn, als sich die Dreiachser doppelsitzig aufreihen. Die Starts über das Hindernisband sind teilweise echt spektakulär. Dass keiner der Piloten das Band reißt, heisst aber auch ganz klar, dass die Jungs hier ihre Maschinen sehr gut beherrschen. Der Sprühregen setzt wieder ein, als noch 2 Maschinen am Start sind. Der Wettbewerbsleiter schickt die beiden noch in die Aufgabe. Als der erste Gyro an den Start rollt, wird abgebrochen. Es ist einfach zu nass. Abends kommt dann noch die Info, dass morgen um 9 Uhr alle Microlights enttankt sein müssen. Im Camp wird es wieder lebendig. Licht und Kanister schnappen und zu den Maschinen!


Wenn es wieder mal regnet, dann rückt man eben zusammen. Unser Paramotor-Team heute als Zuschauer bei den Ziellandungen.





















Sonntag, 21.08.2016

Zu den beiden Präzisionsaufgaben wurde nun Task 3 gebrieft. Der Regentag soll so gut wie möglich zur Vorbereitung genutzt werden, damit ab heute Abend bzw. spätestens Montag richtig viel geflogen werden kann. Task 3 „Limited Fuel Turnpoint Hunt“ ist eine Economy Aufgabe. Doppelsitzer bekommen 11 kg Sprit, Einsitzer nur 7,5 kg. Auf der Karte wurden dieses Mal ganz wild und scheinbar ohne System Punkte auf der Karte eingezeichnet. Also keine parallelen oder symmetrisch verlaufenden Linien wie beim bekannten Spiderweb. Es gibt 4 Pflichtpunkte, die angeflogen werden müssen. Startpunkt, Endpunkt und die Wendepunkte Nr. 9 und 12. Insgesamt gibt es 29 Wendepunkte, wobei jeder Wendepunkt 50 Wertungspunkte bringt. Die Strecke inkl. den Pflichtpunkten beträgt ca. 65 km. Für ein paar wenige Maschinen ist das mit dem limitierten Sprit tatsächlich schon eine knackige Strecke. Bei den beiden Pflichtwendepunkten kann von sehr regem Flugverkehr ausgegangen werden, da die Maschinen aus allen Richtungen ankommen können. Um diese beiden Wendepunkte wird ein virtueller 250 m Kreis gelegt, der durchflogen werden muss.  Erst dann zählt der Punkt als erreicht. Beide Punkte sind Timegates. Natürlich hat diese Aufgabe auch etwas Trickiges. Wäre sonst ja keine englische Aufgabe :-). Vor dem Start muss man angeben, wieviele der 29 Wendepunkte angeflogen werden und in welcher Reihenfolge. Alles in der richtigen Reihenfolge abgeflogen bringt am Ende 200 Bonuspunkte zusätzlich. Und eine weitere Schwierigkeit ist, dass man vor Abflug auch angeben muss, wie lange man jeweils zu den 4 Pflichtpunkten braucht. Das ganze angegeben jeweils in Sekunden. Wer die angegebene Sekundenzahl am Wendepunkt nicht um 20 Sekunden unter-/überschreitet, kann hier nochmals bis zu 100 Bonuspunkte pro Wendepunkt sammeln. Tankprozedere für diese Aufgabe findet am Sonntagvormittag statt.


Neben der Maschine macht sich auch unser Gyrocopter-Team regenfest.



 

Samstag, 20.08.2016

Um 11:00 h Treffen der Nationen im großen Rotax-Zelt. Die beiden deutschen Teams trugen das vom DULV/DAeC gesponserte eisblaue Team-T-Shirt, auf dessen rechter Seite der Sportbundesadler aufgepatcht ist. Unsere Paramotor-Piloten kamen zusätzlich ganz schick in einheitlichen Overalls. Unter lockerer Moderation des Event Managers Rob Hughes wurden offizielle Teamfotos gemacht, Marshals (unter großem Beifall) und Offizielle abgelichtet. Es gab Interviews mit u.a. dem Teamleader von Thailand, dem Teamleader von China, dem amtierenden französischen Paramotor-Weltmeister Alexander Mateos und dem englischen Teilnehmer und 9maligem Goldmedaillengewinner Paul Dewhurst. Einen großen Applaus bekam auch die mit 13 Jahren jüngste Teilnehmerin, eine Paramotor-Pilotin aus Thailand, die trotz ihrer 450 Flugstunden für die Weltmeisterschaft hier in England eine Sonderge-nehmigung benötigte. Im offiziellen Part, der ca. 30 Minuten dauerte, erzählte zudem Susi Church, die Eigentümerin des Flugplatzes Popham, die Entstehungsgeschichte des Flugplatzes und begrüßte alle Teilnehmer aufs Herzlichste. Die Wettbewerbsleiter Robert und Chilly sprachen zu den Piloten, die englische und die FAI-Hymne wurden gespielt und dann  eröffnete Wolfgang Lintl als Vorsitzender der Ultraleichtkommission und Jury-Präsident die Weltmeisterschaften. Am Abend gab es noch ein Briefing für die Microlights.


Hier das deutsche Team, als es aufgerufen wird, sich aus der Menge zu erheben.





















Freitag, 19.08.2016

Es regnet. Die Aufgaben für heute Vormittag haben sich also erledigt. Ab 10:30 h startet das Wiegen, wobei die Flieger derzeit ziemlich durchnässt sind, was beim Wiegen auf der Waage leider negativ zu Buche schlägt. Die deutschen Microlight-Teams liegen deutlich unter dem zulässigen Gesamtgewicht, so dass genügend Sprit für die anstehenden Aufgaben mit genommen werden kann. Die Registrierung der Paramotor-Piloten läuft gegen Nachmittag an. Für die Microlight-Teams werden im Briefing um 19 h bereits die ersten beiden Wettkampf-aufgaben gebrieft. Einmal „Short Take-off“. Hier entscheidet der Pilot, wie lange die Startstrecke sein muss, um ein 1 Meter hohes Flatterband zu überfliegen. Mögliche Punkte 250. Die zweite Aufgabe schliesst sich direkt an, da der Pilot nach dem „Short Take-off“ gleich in die Platzrunde geht, um eine Ziellandung ohne Motor zu machen. Einen Zusatzbonus von maximal 100 Punkte gibt es, falls der Pilot seine Landung so präzise einteilen kann, dass er zur vollen Minute landet. Laut Wetterprognose ist mit fliegbaren Bedingungen allerdings erst Sonntagabend zu rechnen. 


Der Weg zum Wiegen ging durch den Regen...was auch sonst.



 

Donnerstag, 18.08.2016

Der Tag startet verhalten. Die für in der Früh ab 8 Uhr angesetzte Testaufgabe wird nach hinten verschoben. Somit ist auch kein freies Fliegen möglich. Gegen 17:00 h gehen die Paramotor mit ihrer Testaufgabe an den Start – möglichst viele Wendepunkte zu erreichen mit einer vorgegebenen Spritmenge. Dafür wurden heute Mittag bereits alle teilnehmenden Motoren enttankt, im 4-Augen-Prinzip wieder betankt und dann in der Quarantäne abgestellt. Für Abend haben wir ein Team-Barbecue vorbereitet. Um 21:00 h findet das Teambriefing der Microlights statt. Für morgen gibt es folgendes Programm: Von 9-11 Uhr haben die Microlights den Platz fest im Griff. Es können 2 Stunden lang Ziellandungen kontrolliert unter der Aufsicht von Marshals geübt werden. Allerdings ohne Erfassung der Wertung. Ab 10:30 h startet das Wiegen, was pro Maschine ca. 10 Minuten dauern wird. Es ist jetzt nach 23:00 h und es ertönt die Stimme von Higgy, der seine Piloten zum Paramotor-Teambriefing ruft. 

 

Mittwoch, 17.08.2016

Tägliche Briefings finden um 9:00 und 21:00 h statt. Anschließend wird im Camp gebrieft. Die Registrierung läuft bereits und ab heute sind keine Freiflüge mehr ohne Logger erlaubt. Die Flugkarte von hier ist gespickt mit No-Flying-Zonen. Die Kommunikation während dem Wettkampf soll über eine Art Intranet erfolgen, zu dem nur die Teamleader Zugang bekommen. Ergebnisse und Informationen sollen aber für alle ausgehängt werden. WLAN gibt es nur für Teamleader. Abends werden für Microlight und Paramotor noch je eine Testaufgabe gebrieft. Die Microlight-Testaufgabe beinhaltet schon sehr viele Details, was für Neueinsteiger schon eine echte Herausforderung ist. Ab 8 Uhr müssen alle in der Quarantäne sein, ab 8:30 h geht der erste Flieger an den Start. Die Strecke ist ca. 160 km lang. Davor müssen noch die Startnummer auf den Flieger geklebt und die Logger mit Startnummer und Namen beschriftet werden. Das Briefing innerhalb des Teams der deutschen Paramotor-Piloten ist jetzt nach 23 Uhr gerade am Starten. Hier das Task sheet der Testaufgabe u.a. mit Bildersuche























 


 

 

 

 

 

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