29. Deutsche UL-Meisterschaft in Jena-Schöngleina, Thüringen vom 10.-13.05.2018

Sonntag, 13.05.2018 - Update

Am Morgen hängten die finalen Ergebnisse aus und die Siegerehrung startete pünktlich. Wir freuen uns riesig über den 1. Platz in der Klasse "Tragschrauber & Trike" und den 1. Platz "Gesamtsieger Ultraleichtfliegen". Aufgrund der zu erwartenden Schlechtwetterfronten reisten einige der Piloten schon vor der Siegerehrung ab, um sicher nach Hause zu kommen. Die Pokale und Sachpreise kommen dann mit der Post hinterher, der Applaus leider nicht. Michael Kania findet lobende Worte für alle Teilnehmer und spricht davon, dass alle hier Gewinner sind und einige davon eben auch noch Sieger. Die neu eingeführte "rote Karte" musste nur einmal gezogen werden und nur ein Teilnehmer hatte bei einer missglückten Landung einen kleinen Defekt an der Maschine. Dass Sicherheit die oberste Priorität bei unserem Wettbewerbsleiter Michael Kania hat, verhalf auf alle Fälle zu einer unfallfreien Meisterschaft. Auch der Tower unterstützte all die Tage freundlich und bestimmt beim regen Flugverkehr und durchwegs alle Teilnehmer zeigten die erforderliche Disziplin im Flugsport. In diesem Jahr wird im Rahmen der Siegerehrung der "witzigste Track" ausgezeichnet. Dem Logger bleibt eben nix verborgen. Wolfgang Lintl zeigt die beiden Ausdrucke, die an einen Ottifanten und eine französische Zipfelmütze erinnern. Der zu vergebende Preis muss jedoch auch den Postweg nehmen. Die Pokale werden unter viel Applaus an die stolzen Sieger übergeben und die Meisterschaft offiziell geschlossen. Ein Gruppenfoto schließt den Aufenthalt in Jena-Schönglaina ab. Von mir nochmals ein herzliches Dankeschön an das gesamte Wettkampfteam, alle Marshals und allen Unterstützern am Flugplatz. Ein Daumen-hoch an alle Teilnehmer für den Mut, dass Ihr Euch den Aufgaben und Herausforderungen gestellt habt. Es ist schön, dass es in diesem Jahr wieder neue Teams gab, die hier in Jens-Schönglaina Wettkampfpremiere hatten. Herzlichen Glückwunsch an alle Piloten und Teams, die die begehrten Plätze 1-3 in den verschiedenen Klassen erkämpft haben. Kommt alle gut heim - und allzeit happy landings.

 


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Sonntag, 13.05.2018

Nach einem stimmungsvollen Ausklang bis nach Mitternacht ist heute das emsige Treiben im Camp einer ruhigen Atmosphäre gewichen. Die vorläufigen Ergebnisse wurden gestern am späten Abend noch ausgehängt. In allen Klassen wurden die Sieger ermittelt. Dennoch ist noch Zeit für Einsprüche und eventuelle Korrekturen, so dass die Veröffentlichung der finalen Ergebnisse, wie geplant, für den Vormittag zu erwarten ist. Die Siegerehrung ist für 11 Uhr angesetzt. 


Samstag, 12.05.2018

Der Tag startete mit dem 07:30 Uhr Briefing, in dem nur die Details der Ziellandung durchgesprochen wurden. Bereits um 08:30 Uhr stand der erste Teilnehmer an der Startlinie des 100 m Feldes. Nach dem Abheben geht es in eine Platzrunde mit Überflug über das Startdeck. Hier muss der Motor abgestellt werden. Mit stehendem Motor muss nun das Ziellandefeld erreicht werden. Die Maschine muss innerhalb von 100 m stehen. Wer vor dem Ziellandefeld aufsetzt bekommt null Punkte. Sollte die Ziellandung gelingen, aber der Flieger nicht im 100 m Feld zum Stehen kommen, gibt es 10% Penalty. Durch den geringen Penalty verhindert die Wettbewerbsleitung riskante Bremsmanöver der Teilnehmer. Das ist wirklich eine sehr gute Entscheidung. Bereits kurz nach dem Abstellen der Maschinen ging es ins nächste Briefing. Die nächste Navigationsaufgabe wurde für Mittag angesetzt. Drei Kreisbögen waren vorgegeben und in der Karte eingezeichnet. Es muss solange auf dem äußeren Kreisbogen geflogen werden bis ein ausgelegter Marker einen Kurswechsel vorschrieb. Gebrieft wurde, dass es pro Kreisbogen 3 Marker geben kann. Aber nur jeweils einer davon lag auf dem direkten Kurs. Wer auf dem äußeren Kreisbogen unterwegs war, konnte 2 Marker sehen, einer davon lag allerdings außerhalb des korrekten Kurses. Der richtige Marker führte auf den inneren Kreisbogen, der abseits gelegene Marker (Y) führte auf den mittleren Kreis, was allerdings falsch war. Wer am richtigen Marker abgebogen ist, erreichte den inneren Kreis und flog diesen unter Einhaltung der vorgegebenen Geschwindigkeit bis zum Ende des Kreisbogens. Von da ab ging es auf einer bekannten Geraden zum Endpunkt und zurück zum Flugplatz Jena-Schöngleina. Wer keinen der Marker fand, musste die gesamte Kurslänge mit ca. 210 km abfliegen. Für die Teilnehmer mit schnellen Maschinen war der Kurs innerhalb von ca. 80 Minuten zu bewältigen. Die langsameren UL’s benötigten 2,5 Stunden und mehr. Dadurch blieben für die Teilnehmer, die zuletzt gelandet sind, gerade ca. 30 Minuten bis zum nächsten Briefing. Im letzten Briefing der Meisterschaft wurde die letzte Aufgabe bekannt gegeben – Ziellandung mit abgestelltem Motor. Das Landedeck wurde anstatt auf der Asphaltpiste (wie gestern) auf die daneben liegende Grasbahn verlegt. Am frühen Abend waren alle Piloten und alle Maschinen sicher am Boden. Die insgesamt 6 Aufgaben reichen aus, um die Meisterschaft zu werten. Der gemütliche Teil startet um 20:00 Uhr mit Catering und fröhlichem Zusammensein im Hangar.

 



Freitag, 11.05.2018

Früh aufstehen heißt es, um pünktlich 07:30 Uhr im Briefingraum seinen Platz einzunehmen. Wer zu spät kommt, fliegt nicht mit – so lautet die konsequente Ansage vom Wettbewerbsleiter. Nicht zu vergessen, dass vor dem Briefing auch die Flieger in der Quarantänearea ihren Platz eingenommen haben und fest verzurrt sein müssen. Da bleibt so manches Frühstück auf der Strecke. Der heutige Freitag steht ganz im Zeichen von Navigationsaufgaben. Die erste Aufgabe umfasst eine Strecke von ca. 180 km auf 4 geraden Linien. Darauf liegen 6 Fotos, die gefunden und an der richtigen Stelle auf der Karte eingetragen werden müssen. Vorgegeben sind Ein- und Ausflugspunkt sowie 3 Turnpoints. An den Turnpoints wird „ausgeschleift“, um die 90 Grad-Wendung von einer Geraden zur nächsten auszuführen. Am Turnpoint ergibt sich dann auch ein Blick zurück auf das gerade abgeflogene Leg und da kann es schon mal vorkommen, dass die nachfolgenden Wettbewerbsteilnehmer ganz nah aufgerückt sind und sich ähnlich einer Perlenkette aufreihen. Vordermann beobachten anstatt zu überholen scheint manch einem die Devise. Nach der Landung geht es in die Quarantäne und der Erstkontakt erfolgt ausschließlich durch ein Mitglied des Wettbewerb-Teams. Nach der Landung kann es vorkommen, dass einzelne Teams auf versteckt mitgenommene und unerlaubte Navigationshilfen oder auch unversiegelte Handys überprüft werden – dieses Mal wurde unser Team ausgewählt. Alles sauber, was auch sonst. Über Mittag konnte man sich bei einer Pause erholen, bevor es um 14 Uhr ins nächste Briefing ging. Der Nachmittagskurs umfasst in seiner vollen Länge ca. 220 km. 

 Vom Startpunkt der Aufgabe waren 2 bekannte Legs nach zuvor angegebener Groundspeed abzufliegen. Das zweite Leg endete am Turnpoint 2, der gleichzeitig der Startpunkt des Legs war, auf dem das zu suchende Zeichen liegt. Im Briefing wurden 3 Zeichen vorgestellt. Jedem Zeichen ist eine feste Gradzahl zugeordnet. Auf dem gesamten Kurs soll 1 Zeichen liegen. Sobald der Kurs über das Zeichen hinweggeht, muss eine Kursänderung nach der entsprechenden Gradzahl eingeschlagen werden. Alle Piloten, die auf Kurs waren, sahen allerdings statt einem Zeichen 3 Zeichen. In relativ knappem Abstand, also im Verhältnis zur Leg-Länge, lagen die Zeichen aus. Da musste der Pilot zügig die Entscheidung treffen, welches der 3 Zeichen ist das richtige und liegt exakt auf dem Kurs, um dann sofort mit Hilfe eines Geodreiecks den neuen Kurs einzuzeichnen. Weiter ging es mit Groundspeed. So lange bis die neue Kurslinie ein weiteres bereits vorhandenes und in der Karte fest eingezeichnetes Leg kreuzt. Dieses war dann bis zum Turnpoint 5 wieder leicht navigierbar. Am Turnpoint 5 hieß es sofort in den eingezeichneten Kreisbogen einzubiegen. Beim Kreisbogen fliegen ist eine sehr große Präzision erforderlich, sodass die Strecke bis Turnpoint 6 der vollen Konzentration der Piloten bedarf. Das letzte Kurs-Leg endete am Turnpoint 7. Von da ging es dann zum Ausflugspunkt (final point) und weiter entspannt zurück zum Flugplatz. Der worst case – also wenn der Pilot keines der Zeichen zur Kursänderung findet – heißt, dass die gesamte Streckenlänge bewältigt werden muss. Um auf Nummer sicher zu gehen, mussten also vor dem Start alle Piloten ausreichend Sprit für die maximale Streckenführung im Tank haben. Im Laufe des späten Nachmittags setzten die Piloten einer nach dem anderen ihre Maschinen auf der Bahn 02 auf und rollten in die Quarantänezone. Nachdem um 19:00 Uhr bereits der Start für die nächste Aufgabe angesetzt war, blieb in dem knappen Zeitfenster nicht wirklich Zeit für Abendbrot, Auftanken der Maschine oder gar ein Erholungschläfchen. Also blieben nahezu alle Piloten auf dem Flugfeld und tauschten sich über den gerade absolvierten Kurs aus. Pünktlich ging es in die für heute letzte Aufgabe – short take-off. Der Pilot muss hierbei seine Maschine über ein 1m hohes Flatterband ziehen. Allerdings darf er den Startpunkt und damit die Strecke bis zum Flatterband frei wählen. Hier muss sich der Pilot entscheiden – gehe ich auf Nummer sicher und „verschenke“ ich ein paar Punkte oder pokere ich hoch und kann den Aufgabensieg holen oder aber auch einen Nuller kassieren. So manch einer wählte eine zu kurze Startstrecke und zerriss das Flatterband mit einem lauten Ratsch. 

 



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Donnerstag, 10.05.2018 

Mittlerweile sind alle Wettbewerbsteilnehmer eingetroffen, so dass insgesamt 27 Teams an den Start der diesjährigen UL-DM gehen werden. Der Vormittag verläuft im Camp sehr gemütlich und einige nutzen die Zeit für letzte Vorbereitungen an ihren Fliegern, die Propeller zu putzen oder einen sicheren Hallenplatz zu organisieren. Für Nachmittag ist Gewitter vorhergesagt und so werden alle Flieger, die keinen Hangar-Platz gefunden haben, fest verzurrt, bevor es um 14 Uhr zur kurzen Eröffnung mit anschließendem Briefing geht. Die Einleitungs- sowie auch die offiziellen Eröffnungsworte sind schnell gesprochen. Es werden die Sponsoren genannt, der Geschäftsführer des Flugplatzes und das seit Jahren bewährte Wettbewerbs-Team vorgestellt. Michael Kania, Wettbewerbsleiter, ruft die einzelnen Teams auf, die sich kurz erheben, so dass man zu der Startnummer auch die Gesichter kennt. Eine schöne Geste, die alle Piloten gerne lächelnd mitmachen und die jeweils mit einem kleinen Applaus begleitet wird. Michael appelliert klar an die Vernunft der Teilnehmer, dass trotz Wettkampffieber die Sicherheit immer vorgeht. Neu in diesem Jahr ist eine rote Karte, mit der der Wettkampfleiter anzeigt, dass er bei einem Wettbewerbsteilnehmer ein Fehlverhalten gesehen hat und es gilt, dieses zu besprechen. Bevor das Briefing zur ersten Wettbewerbsaufgabe startet, wird obligatorisch darauf hin gewiesen, dass zum Briefing weder Familienangehörige noch Presseleute zugelassen sind, um im Briefing keine Störungen zu haben. Nach einer Stunde ist das Geheimnis um die erste Aufgabe gelüftet – Ziellandung mit ausgeschaltetem Motor. Zwischenzeitlich hat es angefangen zu regnen und der Wind frisch stark auf, so dass an sichere Ziellandungen nicht zu denken ist. Um 17 Uhr gibt es ein weiteres Briefing, in dem unser Wettbewerbsleiter Michael entscheidet, dass heute keine Aufgabe mehr geflogen wird und setzt das nächste Briefing für morgen früh 07:30 h an. 




 

 

 

 

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