30. Deutsche UL-Meisterschaft in Mühldorf am Inn, Bayern vom 30.05.-02.06.2019


Donnerstag, 30.05.2019

Heute hieß es: Letzte Feinheiten am Flieger einstellen, Flieger auftanken und natürlich sich noch für den Wettkampf zu registrieren. Das Wetter zeigte sich den ganzen Tag von der freundlichen Seite und so konnte man das Fenster „freies Fliegen“ auch noch bis kurz vor dem offiziellen Part ausnutzen. Um 14:00 h nahmen die Teams in der Briefing-Halle die Sitzplätze ein, die sie dann auch für die gesamte Meisterschaft beibehalten. Die Erste Bürgermeisterin der Kreisstadt Mühldorf am Inn begrüßt alle Wettbewerbsteilnehmer und Gäste u.a. mit den Worten „Deutschlands Flieger zu Gast in Mühldorf“ und erklärt feierlich die Meisterschaft für eröffnet. Neben ihr sprechen noch Vertreter vom Fliegerverein, Ausrichter, Offizielle vom DULV und DAeC. Sätze wie: „Die Wetteraussichten sind gut. Vielleicht ist Petrus doch ein Pilot.“ werden in Erinnerung bleiben. Danach übernimmt der Wettbewerbsleiter Michael Kania das Mikro. Er erklärt kurz und deutlich die allgemeinen Regeln für den Wettbewerb. Es beginnt mit der Wichtigkeit der Uhrzeit, die jeder an der auf dem Tisch stehenden Uhr ablesen kann, welche die Atomzeit zeigt. Zweitens, kein Funkverkehr beim Start. Wenn Funkverkehr, dann mit der Wettbewerbsnummer melden. Quarantäne, Handy versiegeln, etc. Danach wird die heutige Navigationsaufgabe „Herz“ gebrieft. Der ca. 160 m lange Kurs beschreibt eine Gerade, dann 2 halbe Kreisbögen, eine weitere Gerade und dann ein letztes Stück, auf dem eine vorgegebene Querlinie zur genauen Minute überflogen werden muss – Aufgabe „Timed Overflight“.Wer auf die Minute exakt überfliegt, der bekommt hierfür 100 Extrapunkte.  Gegen 16:30 h startet der erste Teilnehmer in die Aufgabe. Wie fast bei jeder Aufgabe gibt es vorne weg den Start aus dem 100 m Feld. Wer hier genügend Power hat, kann einen guten Vorteil ausspielen und hat Chancen auf alle Punkte. Wer hier nicht Vollgas geben kann, kassiert die rote Flagge und hebt schon mal mit 10% Penalty im Gepäck ab.


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Freitag, 31.05.2019

Pünktlich um 07:30 h sitzen alle Teams im Briefingraum. Die heutige Aufgabe trägt den Namen „Foto“. Aufgrund eines lokalen Regenschauers wird der Start auf 10:00 h verschoben. Für den Flug sollte man sich bei frischen Temperaturen etwas wärmer anziehen. Jetzt zur Aufgabe: Auf einem vorgegeben Kurs mit geraden Strecken und einem kleinen Kreisbogen mussten auf max. ca. 180 km insgesamt 8 Fotos gefunden werden. Nahezu alle Fotos zeigten Straßen oder Wege – gerade, in Bögen, mit und ohne Bäume. Die Ähnlichkeit der ausgewählten Motive erhöht die Schwierigkeit bei der Suche. Da hat sich die Wettbewerbs-leitung bei der Auswahl schon richtig ins Zeug gelegt. Entlang der Strecke befand sich zudem eine unbekannte Zahl von Toren, deren Breite je 600 m beträgt. Werden diese Tore korrekt durchflogen, erhält man wichtige Zeitpunkte. Nach der Landung müssen die Flieger in die Quarantäne-Ärea rollen. Hier können nochmals in Ruhe die Positionen der Bilder eingetragen werden. Dies erfolgt durch einen zur Kurslinie quer laufenden kurzen Strich, der mit der entsprechenden Bildnummer beschriftet wird. Für alle Piloten, die mit offenen Fluggeräten unterwegs waren, war das heute gar nicht so einfach. Auf dem Kurs lag neben den Fotos nämlich auch ein Regengebiet und so wurden dort auf der Strecke sowohl die Anzüge nass als auch die Finger klamm. Mit durchgefrorenen Fingern ist es dann nicht mehr so leicht, eine saubere Linie einzuzeichnen. Bitter ist es, wenn man im offenen Flieger sitzt und man hilflos zuschauen muss, wie der Regen die Farbe der Bilder verschwimmen lässt, ohne das man es aufhalten könnte. Ein Grund, warum viele ihr Kartenbrett  mit Plexiglas abdecken oder die Bilder komplett mit durchsichtigem Klebeband überziehen. Am Nachmittag werden noch 2 Präzisionsaufgaben gebrieft, die am Platz stattfinden. Zuerst eine Ziellandung mit abgestelltem Motor. Der Start dazu erfolgte aus dem 100 m Feld. Das Landefeld ist ebenfalls 100 m lang, wobei eine Landung im ersten 5 m Feld am meisten Punkte bringt. Nachdem alle ihre Ziellandung absolviert haben, gibt es eine kurze Verschnaufpause bevor in der gleichen Startreihenfolge zum „Short take off“ aufgerufen wird. Der Pilot wählt hier die Entfernung, die er benötigt, um ein 1 m Hindernisband zu überfliegen. Über Funk geben die Piloten ihre Wunschentfernungen durch – von 125 m bis 65 m ist alles dabei. Der Überflug über die 65 m wird klasse gemeistert und erntet viel Applaus. Nach dem Durchgang finden sich die Piloten in kleinen Gruppen zusammen und berichten noch auf dem Flugfeld mit ausladenden Gesten von ihren spektakulären Kurzstarts. Überspannt wird die gesamte Szenerie mit einem halben schönen Regenbogen und schließt den ausgefüllten Tag damit ganz besonders ab.


 

 






















Samstag, 01.06.2019

Der heutige Vormittag wurde nochmals beherrscht von einer umfangreichen Navigationsaufgabe – mit einer max. ca. 200 km langen Strecke. Es galt 2 übereinander liegende Kreisbögen zu fliegen – das ist in der Navigation schon hohe Kunst. Die Piloten starteten im Abstand von 3 Minuten möglichst rechtzeitig aus dem 100 m Feld. Unser Team hatte leider mit Null Wind keine Chance und erhielt die rote Flagge. Dem vorgegeben äußeren Kreisbogen muss solange gefolgt werden, bis man das auf Kurs ausliegende Zeichen sieht – ein Viereck. Das Zeichen wird vom Wettkampf-Team vor Aufgabenstart ausgelegt. Dieses Mal lag es an einem Bahndamm. Das Zeichen markierte den Wendepunkt, von dem aus man direkt zum vorgegebenen Startpunkt des inneren Kreisbogens fliegen musste. Der Vorteil vom eingezeichneten Startpunkt ist, dass man hier wieder einen Auffangpunkt hat, falls man das Zeichen nicht finden sollte. Der innere Kreisbogen führte die Teilnehmer wieder zurück zum Flugplatz. Hört sich jetzt erst mal unspektakulär an, jedoch muss auf allen Legs die vor dem Start angegebene Geschwindigkeit eingehalten werden. Da hat man im Flug mit Einberechnung des Windes doch einiges zu tun. Unser Team landete nach über 2 Stunden Flugzeit wieder am Platz und rollte, wie alle anderen auch, in die Quarantäne. Die Logger werden den Marshals übergeben und das Auswerte-Team macht sich zügig an die Auswertung. Die Ergebnisse der beiden Navigationsaufgaben, der Aufgabe „Short take off“ und auch der Ziellandung hängen bereits aus. Robert vom Auswerteteam sagt im Briefing, dass eine Navigationsaufgabe im Schnitt eine Auswertezeit von 3-4 Stunden hat. Am Nachmittag hat die Wettbewerbsleitung noch zwei Ziellandungen angesetzt – es scheint in den oberen Plätzen von den Punkten her recht eng zu sein. Wäre nicht das erste Mal bei einer Meisterschaft, dass gerade die in der letzten Aufgabe bzw. mit der letzten Landung geholten Punkte das entscheidende Zünglein wären, um die Plätze vorne durchzumischen. Der Nachmittag verspricht also Spannung.


Samstag, 01.06.2019 – Update

Bei strahlendendem Sonnenschein wurden die beiden Ziellandungen absolviert. Ein paar Mal holte man als Zuschauer allerdings tief Luft bis die Räder endlich den Boden berührten. Bis auf eine etwas härtere Landung sind alle Piloten wieder gut und sicher gelandet. Alle waren hoch konzentriert und mit Umsicht dabei. Der Wettkampf ist gegen 18 Uhr zu Ende und nun muss noch nur das Auswerte-Team arbeiten. Für alle anderen geht es bald in den gemütlichen Teil über. Seit 9 Uhr dreht sich eine Sau am Spieß und wird von Stunde zu Stunde knuspriger. Es gibt heute gefühlt eine neue Zeitrechnung – vor der Sau und nach der Sau – z.B. vor der Sau fliegen, nach der Sau am Tower bezahlen. Für die weiteste Anreise bekam ein Team die Ehre, das Bierfass anzuzapfen. Das war eine Mords Sauerei, aber für die Zuschauer ziemlich witzig. Lemmi zeigte Mut und half mit, das Auslaufen zu stoppen. 


 

  


Sonntag, 02.06.2019

Der gestrige Abschlussabend mit gegrillter Sau und kühlen Getränken war rundum gelungen. Es wurden so manche neue Freundschaften vertieft und auch viele Tipps und Erfahrungen ausgetauscht. Bei einigen Teilnehmern, die dieses Mal neu dabei waren, konnte man Begeisterung und auch Interesse vernehmen, an einem der nächsten Meisterschaften wieder dabei zu sein. Dies wurde in der Siegerehrung um 11 Uhr nochmals aufgegriffen, als Wolfgang Lintl die Piloten als Botschafter des Ultraleichtflugsports bezeichnete und die Bitte äußerte, ihre Erfahrungen und ihre Begeisterung an andere Piloten weiterzugeben. Die Verantwortlichen lobten die Disziplin und auch den Sportsgeist der Teilnehmer. Es folgte die Übergabe der Urkunden, der Pokale und der Sachpreise. Wir freuen uns riesig über den 1. Platz in der Trike-Klasse sowie den 1. Platz in der Gesamtwertung über alle Klassen. Unser Team holte den begehrten Titel Gesamtsieger nun zum 6. Mal in Folge. Auch die anderen Sieger strahlten und freuten sich über ihre Pokale sowie Sachpreise. Anschließend  blieb etwas Zeit für die obligatorischen Siegerfotos bevor Michael Kania, Wettbewerbsleiter, die Meisterschaft für beendet erklärte. Das Ergebnissheet findet ihr unten in der Fotogalerie. 

Hier nur die ersten 3 Plätze je Klasse:

Klasse AL2
Rieger/Hahn-Rieger         2.901
Schlenker/Tkatschenko    2.683
Mierswa/Rappensberger  2.675  

Klasse WL2
Wyklicky/Harsch      3.565
Haas/Jaeger            3.106
Hahn/Deinhardt       2.156

Klasse AL1
Amann       3.011
Schröder    2.737
Dwyer        2.351

Klasse GL2
Lemburg/Friedrich    3.533
Lehner/Lehner         3.070
Obermeier/Gimpl     1.349

Gesamtergebnis aller Klassen
Wyklicky/Harsch     3.554
Haas/Jaeger           3.093
Lemburg/Friedrich  2.942

Bei strahlendem Sonnenschein machten sich die meisten Teilnehmer nach der Siegerehrung zügig auf den Heimweg. Noch einmal rollten die Maschinen hintereinander die Runway entlang und reihten sich zum Start auf. Einige winkten, andere wackelten zum Abschied kurz mit den Flügeln. 


Wir gratulieren allen Teilnehmer und allen Siegern, sagen Danke an das Orga-, Wettkampf-, Helfer- sowie Flugplatzteam. Es war eine tolle Meisterschaft. Die folgenden Fotos zeigen die Sieger und einige der vielen schönen Momente der Meisterschaft.


Servus und Pfiadi, Mühldorf!


 


 

 

 

 

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